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Januar 26, 2016

News„Wenn man um die Welt fährt, trifft man einige wahrlich verrückte Individuen. Sie leuchten hie und da auf, reden fiebrig von ihren Leidenschaften und erregen die volle Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer. Unterwegs erweist es sich als besonders lohnend, Leuten zu begegnen, von denen jeder Einzelne eine eigene Geschichte und eigene Ideen hat. Keine zwei Individuen sind sich gleich, und obwohl ich manche Ähnlichkeiten entdecken konnte, habe ich niemals ‚Klone‘ angetroffen, deren Glaubensüberzeugungen, Gedanken und Träume sich wie Kopien glichen. Jeder Mensch ist einzigartig.

Dies anzuerkennen, hat Konsequenzen: Reisenden geht der Glauben an universelle anthropologische Konstanten verloren. Nichts wird weltweit geglaubt, es gibt keine einstimmigen Entscheidungen zwischen Richtig oder Falsch, keine allgemein verbindlichen moralischen und ethischen Standards und keine allen gemeinsame Religion. Der Besucher irgendeiner Ecke der Welt muss sich vom absoluten Anspruch auf Wahrheit frei machen und es hinnehmen, dass alle Gedanken persönlich und gleichwertig sind, wo man sie auch antrifft. Man muss nicht die Überzeugungen anderer im eigenen Leben übernehmen, aber das Mindeste ist, zuzuhören und anderen das Recht auf eine eigene Meinung einzuräumen.“

(Christopher Many, Hinter dem Horizont links. Acht Jahre mit dem Land Rover um die Welt. Bielefeld 72013)

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